Zusammen mit meiner Kollegin Lena, die die Übergabe der 13 von der LOROP GmbH technisch aufbereiteten, gebrauchten Notebooks organisierte, fuhren wir zum ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof.

Nach dem Außerdienststellen 2008 wurde dort u.a. ein Museum eingerichtet, Vereine siedelten sich an und Teile des Flughafens werden heute sogar als Veranstaltungsort für Musikevents genutzt.

Unser Ziel war die im Jahre 2017 gegründete Tentaja Soziale gGmbH, die sich dem sozialen Engagement verschrieben hat, vor ein paar Jahren den Hangar 1 bezog und dort in diesem Jahr die „Spendenbrücke“ einrichtete, um Spenden jeglicher Art zu sammeln, zu sortieren und für den Transport in die Ukraine herzurichten.

„Spendenbrücke“ – aha, dachte ich, nach kurzem Überlegen, wie bezeichnend. War doch der Flughafen Tempelhof berühmt für seine Vergangenheit, als er in der Zeit vom 26. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 als Umschlagplatz der Berliner Luftbrücke diente.
Lena und ich waren deutlich früher am Hangar 1, als vereinbart. Der Plan war, sich dort mit Herrn Luthe der Firma 4S BusinessService GmbH zu treffen, der die gebrauchten Notebooks spendete, um diese der Spendenbrücke zur Verfügung zu stellen.

Was also machen, dachten wir. Klar, wir gehen schon einmal rein und schauen uns an, wie so eine groß angelegte Spendenaktion organisiert ist. Welche Spenden von den Menschen aus Berlin und dem Umland hier abgegeben werden, um in die Ukraine gebracht zu werden und den Menschen im Kriegsgebiet zugutekommen sollen.

Empfangen wurden wir von Frau Herrn Swinley und dem Team der Tentaja Soziale gGmbH. Als erstes bekamen wir einen Kaffee, einigten uns auf das DU, wie es nun mal unter coolen Leuten üblich ist und ließen uns den Hangar 1 mit all seinen Spenden zeigen. Was es hier nicht alles gab: Zahnbüsten, Deo, Kinderspielzeug, Windeln, Hosen, Jacken, Schuhe, Arznei- und Lebensmittel, Taschenlampen, Wasserkocher, Batterien und so vieles mehr. Letztendlich alles, was jeder von uns im täglichen Leben nutzt und für selbstverständlich hält. Erste hier wurde mir so richtig bewusst, was das alles ist und in der Ukraine so dringend benötigt wird.

Hier war alles durchdacht, um einen reibungslosen und schnellen Ablauf zu gewährleisten. Es gab Stationen, an denen die Spenden vorsortiert wurden – nach Lebensmitteln, Kleidungsstücken und Dingen des täglichen Bedarfs.
Bei den Lebensmitteln wurde z.B. darauf geachtet, wie lange diese haltbar sind. Es macht nämlich absolut keinen Sinn, Nahrungsmittel zu verschicken, die nur noch eine kurze Haltbarkeit aufweisen. Bis diese bei den Menschen in der Ukraine angelangt sind, die sie dringend brauchen, können schon eimal viele Tage, vielleicht Wochen vergehen.

Als ich so durch die Reihen der Spendenartikel und schon für den Transport fertig gepackten Paletten ging, musste ich an meine beiden LOROP-Kollegen denken, die noch Familie in der Ukraine haben, in Kiew, in Charkiw und den anderen umkämpften Gebieten der Ukraine und jeden Tag aufs Neue um sie bangen müssen.

Ich selbst war vor vielen Jahren als Kind in Kiew und Charkiw, das war damals, 1987, als die Ukraine noch Teil der Sowjetunion war und ich Schüler in der DDR. Wir fuhren mehrere Tage mit dem Zug nach Kiew, blieben dort ein paar Tage, fuhren weiter nach Charkiw und im Anschluss ging es über Kiew wieder zurück in die Heimat.

Für uns war es spannend und aufregend, das weite Land zu sehen, die beeindruckenden Städte, die Menschen und die Kultur. Und nun, nach so vielen Jahren herrscht dort Krieg und nichts ist mehr so, wie es einmal war.

Nachdem dann Herr Luthe kam, wir alle zusammen noch über dieses und jenes redeten, brachten wir die 13 Notebooks in den Hangar 1. Im Anschluss wurden diese kurz gesichtet – ist alles vollständig, hat jeder sein Ladekabel usw.? Natürlich war es das. Schließlich haben unsere Kollegen, die zusammen mit unseren Azubis die Notebooks aufbereiteten, peinlichst darauf geachtet, dass alles beisammen ist und nicht verloren gehen kann.

Im Anschluss machten wir noch das obligatorische Gruppenfoto – klar, mit Notebooks 😉 – und lagerten alles in einen der großen Container ein, der draußen auf dem Rollfeld des Flughafens abgestellt wurde. Die Container wurden notwendig, als so viele Spenden die „Spendenbrücke“ erreichten, dass kein Platz mehr im Hangar zu finden war, um noch vernünftig arbeiten zu können.

Bald nun gehen die Notebooks auf eine lange Reise und werden hoffentlich dorthin gelangen, wo sie benötigt werden. Wer sie wohl bekommen mag, dachte ich – Schulkinder, Familien oder Soldaten und Soldatinnen, die ihr Land verteidigen?

Nachdem Lena und ich uns von Herrn Luthe und dem „Spendenbrücke“-Team verabschiedeten, fuhren wir wieder zurück ins Büro.

Ich hatte ein gutes Gefühl und war sogar etwas stolz darauf, neben all der Menschen, die dafür gesorgt haben, dass die Notebooks an ihr Ziel gelangen, Teil dieser Spendenaktion gewesen zu sein. Da waren z.B. diejenigen, die die Notebooks zur Verfügung stellten, Herr Luthe, der sie an die LOROP übergab, um sie von unseren Kollegen und Azubis aufbereiten zu lassen und schließlich die Mitarbeiter der Tentaja Soziale gGmbH, die die „Spendenbrücke“ nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine im Hangar 1 des Tempelhofer Flughafens aufbauten, in der Hoffnung, das Leben der Menschen dort in der Ukraine erträglicher machen zu können.

 

„Wir helfen gerne!“ – Ein Motto, das die LOROP im Laufe der Jahre immer mehr verinnerlicht hat und täglich lebt. Im Geschäftsalltag bezieht sich dieses Motto oft auf das wertschätzende Miteinander im Team aber natürlich auch auf unseren Kundenservice. Doch manchmal gibt es darüber hinaus auch so richtige Herzensprojekte. Eins davon durften wir nun vor einiger Zeit zusammen mit Herrn Luthe (Geschäftsführer 4S BusinessServices GmbH) in die Tat umsetzen.

Herr Luthe informierte uns darüber, dass es in seinem Firmenbestand noch einige Laptops gibt, die nicht mehr benötigt werden. Sein Wunsch war es, die Geräte für einen guten Zweck zu spenden. Also begaben wir uns gemeinsam auf die Suche nach einer Organisation, die mit der Laptopspende etwas Gutes bewirken könnte. Schon bald stießen wir so auf die Tentaja Soziale gGmbH, die mit ihrem Projekt „Spendenbrücke Ukraine“, die notleidende, vom Ukrainekrieg betroffenen Menschen mit Sach- und Geldspenden unterstützt. Wir waren uns sofort einig: Hier würde unsere Spende mit Sicherheit gut aufgehoben sein und einen guten Zweck erfüllen.

In der Zwischenzeit hatten unsere Auszubildenden die Laptops einmal genauer unter die Lupe genommen, sie bereinigt, ihnen neue Festplatten verpasst und sie fit für ihre zukünftigen neuen Besitzer gemacht. Jetzt mussten Sie nur noch an das Team der Tentaja Soziale gGmbH übergeben werden…